Gießener Energiewende: ein Blick hinter die Kulissen

Die Vereinigung der Absolventen der Gießener Agrarwissenschaften Fachrichtung Umweltsicherung und Entwicklung ländlicher Räume besuchte bei ihrem Studientreffen die Stadtwerke Gießen, um sich über die Energiewende- strategie des Unternehmens zu informieren.

Die Stadtwerke Gießen verfolgen seit Langem einen erfolgreichen Ansatz, mit dem sie die Energiewende in der Region vorantreiben. Strategie und Umsetzung wecken großes Interesse bei Experten aus der Energie- und Versorgungswirtschaft – auch über die Grenzen des Landkreises Gießen hinaus, wie eine Infoveranstaltung am vergangenen Samstag zeigte.

Die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) der Stadtwerke Gießen (SWG) produzieren rund 40 Prozent des Stroms, den das Unternehmen an Privatkunden liefert. Bis 2020 soll die Marke von 50 Prozent erreicht werden – ambitioniert, aber realistisch. „Vor mehr als 30 Jahren haben wir mit der ersten KWK-Anlage begonnen und den Ausbau seither konsequent fortgesetzt – eine Strategie, die mittlerweile ganz deutlich ihre Stärken beweist“, erklärt Matthias Funk, Leiter der SWG-Wärmeversorgung.
Dr. Jürgen Roth, Geschäftsführer des Humus- und Erdenwerks Niddatal-Ilbenstadt im Wetteraukreis, wollte mehr über den erfolgreichen Ansatz erfahren – genauso wie seine ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die Vereinigung der Absolventen der Gießener Agrarwissenschaften Fachrichtung Umweltsicherung und Entwicklung ländlicher Räume (VAU) verband ihr Studientreffen am Samstag, den 21. Juni mit einem Ausflug zu den Stadtwerken Gießen und zur Biogasanlage in Heuchelheim. „Um zu erfahren, wie die Energiewende funktionieren kann, ist kein Blick in die Ferne notwendig. Direkt vor der Haustür findet sich ein ausgezeichnetes Beispiel, von dem man eine Menge lernen kann. Genau deshalb haben wir uns heute in Gießen getroffen“, betonte Dr. Jürgen Roth.

Energiewendekonzept mit Vorbildcharakter
Während der Infoveranstaltung bei den SWG erläuterte Matthias Funk den rund 20 Teilnehmern, was hinter der „Gießener Energiewende“ steckt, welche Erfahrungen die SWG gemacht haben und welche Ziele sie bis 2020 verfolgen. Zur Strategie gehören unter anderem der weitere Ausbau des Fernwärmenetzes und des KWK-Anlagenparks. Ein zusätzlicher Baustein: der sinnvolle Einsatz von Biogas zur Energieproduktion. Matthias Fink, Leiter Verfahrenstechnik und Betrieb der SWG-Wärmeversorgung, stellte den Teilnehmern das Konzept hinter den Biogasanlagen in Großen-Buseck und Heuchelheim vor.
Bei beiden Anlagen richtete sich der Fokus von Beginn an auf eine hohe Effizienz, kurze Anfahrts- und Lieferwege sowie einen optimalen Mix der Biomasse mit hohem Gülleanteil. „Wir haben bei der Planung unter anderem mit der Technischen Hochschule Mittelhessen zusammengearbeitet – eine erfolgreiche Kooperation, wie die Zahlen belegen. So zählt die Biogasanlage in Großen-Buseck – seit 2011 in Betrieb – zu den effizientesten in ganz Deutschland. Gleiches peilen wir auch in Heuchelheim an“, unterstrich Matthias Fink.
Nach einem theoretischen Teil warfen die Teilnehmer der Infoveranstaltung schließlich einen Blick hinter die Kulissen der Biogasproduktion – bei einem Besuch der neuen Anlage in Heuchelheim. „Wir alle haben heute viele Einsichten erhalten und jeder von uns nimmt neue Impulse mit. Ein Austausch unter Experten, der sich lohnt“, erklärte Dr. Ilona Gebauer, Vorsitzende des VAU.

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