Biogasanlagen

Wärme aus Biomasse

Die Biogasanlagen in Großen-Buseck und Heuchelheim sind wesentliche Bausteine unserer Eigenerzeugung von Wärme und Strom. Hier werden vor Ort vorhandene, regenerative Rohstoffe als Energiequelle genutzt.

In den Fermentern unserer Biogasanlagen wird ein Gemisch aus Gras- und Maissilage mit Rindergülle und Rindermist zunächst zu Biogas vergoren, welches dann im Blockheizkraftwerk der Biogasanlage eingesetzt wird, um Wärme und Strom zu erzeugen.

Biogasanlage Großen-Buseck

Beteiligte Partner  51 % SWG
24,4 % Landwirtsfamilie Klos
24,5 % Ingenieur Besim Krasnici
Input30 % Grassilage
30 % Maissilage
40 % Rindergülle
OutputWärme: 3.200.000 kWh/Jahr
für umgerechnet 180 Einfamilienhäuser
Strom: 2.250.000 kWh/Jahr
für umgerechnet 750 Haushalte
CO2-Ersparnis      2.400 t/Jahr

 

 

BHKW des Monats

Die Biogasanlage Großen-Buseck wurde von der Fachzeitschrift ENERGIE & MANAGEMENT als BHKW des Monats ausgezeichnet.

Biogasanlage Heuchelheim

Beteiligte Partner  51 % SWG
49 % Landwirte Hans und Thorsten Klug
Input rund 40 % Gras- und Maissilage
rund 60 % Rindergülle und -mist
OutputWärme: 2.000.000 kWh/Jahr
für umgerechnet rund 115 EinfamilienhäuserStrom: 1.700.000 kWh/Jahr
für umgerechnet rund 570 Haushalte
CO2-Ersparnis      1.600 t/Jahr

 

 

Technik

Lagerung und Transport des Substrats

Die Rindergülle wird in einer Güllegrube zwischengelagert. Von dort gelangt die Gülle über eine Pumpe in den Fermenter. Die Gras- und Maissilage wird einmal täglich in den Feststoffdosierer gefüllt und von hier aus im Ein-Stunden-Takt automatisch in den Fermenter gefördert. 

 

 

Fermentation

Das Herz der Biogasanlage bilden die beiden Gärbehälter: der Fermenter und der Nachgärer. Beide Behälter sind mit einer Doppelfolienhaube abgedeckt. In den beiden Behältern sorgen je zwei Rührwerke dafür, dass das Substrat und die darin enthaltenen Mikroorganismen homogen verteilt werden.

 

Beim einsetzenden Gärprozess entsteht Biogas. Dieses wird sowohl im Fermenter als auch im Nachgärer unter der Doppelfolie gespeichert. Der Prozess im Fermenter dauert ca. 75 Tage, hier entstehen bereits 70 % des Biogases. Der stetige Nachschub in den Fermenter sorgt dafür, dass die Masse automatisch in den Nachgärer fließt. Hier verweilt sie weitere 75 Tage. Dabei entsteht das restliche Biogas und ein dünnflüssiger Gärrest. 

Nutzung des Biogases

Das in Fermenter und Nachgärer gespeicherte Biogas gelangt über eine Gasleitung zum Blockheizkraftwerk (BHKW). Dort wird das Biogas eingesetzt, um gleichzeitig Wärme und Strom zu erzeugen. Der klimafreundlich erzeugte Strom wird ins Netz der Stadtwerke-Tochter MIT.N eingespeist. Die in Großen-Buseck erzeugte Wärme versorgt rund 100 Einfamilienhäuser im Baugebiet »Lichte Eiche«, die Gesamtschule Busecker Tal und das Hallenbad. Das BHKW der Anlage in Heuchelheim speist in das bereits bestehende Wärmenetz im Bereich des Heuchelheimer Schwimmbads ein und liefert Heizenergie an die Firmen im Gewerbegebiet Rinn & Cloos.

Verwendung des Gärrestes

Am Ende des Gärprozesses steht neben der elektrischen und thermischen Energie der sogenannte Gärrest. Dieser Gärrest wird von den Landwirten als hochwertiger Dünger verwendet, denn er hat einen im Vergleich zu Gülle höheren Nährstoffgehalt. Zudem sind die Nährstoffe besser für die Pflanzen verfügbar. 

 

 

Umweltvorteile

  • Biogas ist eine regenerative Energiequelle aus nachwachsenden und örtlich verfügbaren Rohstoffen.
  • Bei der Verbrennung hat Biogas eine neutrale Klimabilanz: Es wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Biomasse zuvor beim Wachstum der Atmosphäre entnommen hat.
  • In Biogasanlagen können bisher ungenutzte Pflanzen und Pflanzenteile (z.B. Zwischenfrüchte, Pflanzenreste) verwertet werden.
  • Biogasanlagen liefern Strom und Wärme bei jedem Wetter und können so wetterabhängige Solar- und Windenergieanlagen ergänzen.
  • Anfahrts- und Lieferwege sind extrem kurz, da die Biomasse aus der Region kommt.